Enttäuschungen und Überraschungen

Nach einer recht angenehmen Nacht in der Trenser-Jochhütte und weniger Kuhgeglöckel als gedacht erwachte ich aus meinem Dornröschenschlaf. Ein Kaffee musste her, doch wollte ich wie am Abend zuvor nicht den Ofen anfeuern ("Ofen! Ofen! Ofen!") sondern nahm dafür drei Kerzen und hatte so ohne Aufwand schnell mein koffeinhaltiges Heißgetränk. Das Wetter an diesem Morgen war recht angenehm, und so genoss ich mein Frühstück. Allerdings bahnte sich hier schon der Entschluss an die Wandertour abzubrechen, denn das Geld würde nicht reichen und ich bin wohl doch nicht der Alleingänger in den Bergen...
Also Rückweg rausgesucht, SMS an die Eltern geschickt, Sachen gepackt und los gewandert. Es ging in Richtung "Sterzinger Hütte" in der ich übernachten wollte. Ich quälte mich durch anstrengende Anstiege, anfangs noch mit schönem Wetter was später immer mehr zur Farce wurde. Der Wind blies unbändig von der Seite und das ist auf einem Bergkamm immer besonders interessant. Nachdem es dann auch anfing zu regnen und ich das Regenmaterial rausgeholt hatte kam ich dann irgendwann an der Sterzinger Hütte an und traute meinen Augen kaum: sie war zu! Nichtmal der Winterraum war offen, und so musste ich unverrichteter Dinge wieder abziehen und ins Tal rennen. Ja rennen, denn es war schon recht spät und ich hoffte rechtzeitig am Pfitscher-Jochhaus anzukommen und dort übernachten zu können. Nachdem ich etwa die Hälfte der Strecke hinter mir hatte traf ich einen der auch zur Sterzinger Hütte wollte, allerdings draußen übernachten und war dafür bestens ausgerüstet. Nun denn nach einer kurzen Austauschpause ging es weiter im Eiltempo den Berg hinab. Jeder der das schonmal gemacht hat weiß wie anstrengend das ist und kennt das Gefühl, dass sich dann recht schnell einfindet und einem das Weitergehen sehr schnell sehr abspenstig macht. Weiter unten traf ich dann noch einen Spaziergänger der mir dann eröffnete dass die Sterzinger Hütte bereits seit über einem Jahr geschlossen ist, da die Besitzer sich nicht recht einigen konnten und auch schon recht alt waren. Endlich unten angekommen verriet mir ein Blick auf den Busfahrplan, dass der nächste Bus Richtung Pfitscher Jochhaus in einer Stunde kommen würde (es war bereits 16 Uhr...) oder ich nach Sterzing direkt fahren könnte (dieser Bus kam 5 Minuten später) und es mir gemütlich machen. Das Pfitscher Joch erfordert von der letzten Bushaltestelle noch einmal ca. 3 Stunden Marsch, und da ich ungern im Dunkeln ankommen wollte nahm ich die bequeme Variante nach Sterzing. Die günstige Unterkunft kannte ich ja schon insofern musste ich dort nicht mehr lange suchen. Am Abend gab es dann im Restaurant des Sterzinger Hofes eine wirklich gute Pizza (und mit wirklich gut meine ich wirklich wirklich gut, das ist hier als Empfehlung zu werten, wenn auch die Unterkunft im Sterzinger Hof eher was für Spartaner ist, was mir aber voll ausreichte). Der nächste Tag war dann nicht mehr sonderlich schwer, denn es ging mit dem Bus nach "Stein" (die letzte Station vor dem Pfitscher Joch) und dann da nach oben und nach einer kleinen Stärkung auf der anderen Seite zum Schlegeisspeicher wieder nach unten. Da erwischte ich auch den letzten Bus ins Tal und fuhr wieder bis zum Breitlahner.
Am nächsten Tag war dann schon die Rückreise angesagt und so nahm ich den Bus nach Mayrhofen, von da die Zillertalbahn nach Jenbach und dort holte ich mir ein Ticket bis zur Grenze und dann das Bayernticket. Ich entschied mich für die Kombination Sachsen- und Bayernticket weil ich da noch nicht wusste ob ich die Strecke an einem Tag schaffe. Nun ich schaffte es und hatte eine nahezu ereignislose Fahrt, bis auf den Zug von Hof nach Dresden, da ... aber nein, das gehört hier nicht hin.
Nur soviel sei gesagt: 我很高兴。