Indianer gegen Lichtgestalt

Nachdem nun seit einigen Wochen der Umstieg von einem Webspace auf einen VPS erfolgt ist möchte ich hier vom Umstieg und den damit verbundenen Schwierigkeiten berichten.
Der Umzug bei meinem Anbieter verlief schnell und problemlos. Damit ich meine Domains samt Seiten schnell migrieren konnte wurden eine Zeit lang beide Accounts (der alte Webspace- und der neue vServer-Account) parallel betrieben. Das ganze gestaltete sich recht einfach da die Softwaregrundlage bei beiden Produkten die gleiche ist.

Aber dann fingen die Probleme an: der vServer hatte deutlich weniger RAM als ich beim Webspace zur Verfügung hatte, was bedeutete dass Apache ständig mit einer Fehlermeldung abbrach. Was also tun?
Genau, erstmal untersucht man die Konfigurationsdateien und optimiert was man optimieren kann. Das Hauptproblem war PHP5, welches in der vorliegenden Einstellung zu viele Prozesse startete, sodass der Server irgendwann mit 0MB (in Worten: Null Megabyte) Arbeitsspeicher hängen blieb und ich nicht einmal mehr Befehle auf der Konsole ausführen konnte.
Nun, durch anpassen der "conf"-Dateien konnte ich den Indianer dazu bewegen halbwegs vernünftig zu laufen, wenngleich der verfügbare Arbeitsspeicher immer um die 10MB pendelte und bei höheren Lasten (danke liebe SPAM-Bots) doch gefüllt wurde... Ich probierte einige Varianten (das mpm_worker-Modul, Caches verschiedenster Machart und selbst eine SWAP-Datei, die auf diesem Server leider nicht erlaubt ist...) durch und kam zu dem Schluss dass das noch keine Endlösung sein kann.

Bei den Recherchen nach Optimierungen für meinen Webserver stolperte ich über einen Webserver der schon den richtigen Namen trug: Lighttpd.
Gehört hatte ich schon einiges von dem angeblichen Leichtgewicht und ich wusste dass er bei z.B.: Imageshack oder Meebo eingesetzt wird. Nun denn, soll er seine Chance bekommen. Glücklicherweise (oder besser wohlwissend) hab ich auf dem Server ein Debian installieren lassen, was einem dank "Super Cow Power"-Apt die Installation von "Lighty" (wie er liebevoll genannt werden möchte ;) ) komplett abnimmt. Die Konfiguration zeigte sich recht simpel und mit den vielfach im Netz vorhandenen Anleitungen auch schnell erledigt. Und dann kam der große Moment: Apache aus, Lighttpd an und bangen...
... Nun jaaaaaa...es stottert alles ein wenig... noch bissel optimieren...und hier noch... und da...
*tadaaaa* Nach zusätzlichen Drupalmodulen und -optimierungen kann man nun sagen es flutscht. Und zwar erstaunlich gut. Es laufen zwei Webseiten über virtuelle Hosts, das PHP5 wird per [Wikipedia|FastCGI] angesprochen, und die wichtigsten Module wie ein Kompression-Modul, Alias- und Rewritefunktionalitäten bis zu einem Expire-Modul sind auch vorhanden. Und das mit ca. 70MB freiem Speicher (sozusagen als eiserne Reserve ;) )
Alles in Allem bedienen sich die beiden Seiten (Mandys und meine) um ein Vielfaches schneller und flüssiger.

Abschließend gibt es zu sagen: Wer einen kleinen, schnellen, performanten Webserver ohne viel Schnickschnack sucht, der ist mit Lighttpd sehr gut bedient und kann sich über einen flüssigen Ablauf freuen.
Allerdings sollte man sich in Sachen Webserverkonfiguration unter Linux schon ein klein wenig auskennen, damit man nicht in blind in unerforschte Gewässer segelt...